Schuhe, Listen, Schottland…
Morgen startet er. Der Countdown.
Noch 14 Tage bis zur Recherchereise und ich tue so, als wäre ich ein entspannter Mensch. Spoiler: Ich bin es nicht.
Unsere Listen sind fertig. Also fast.
Ich habe mehrere Versionen und trotzdem dieses sichere Gefühl, dass ich am Ende ohne Zahnbürste dastehe. Bruno ist natürlich gelassen. Der guckt mich an, als wäre Nervosität ein Hobby für Leute mit zu wenig Fell.
Ich warte außerdem ungeduldig auf meine Schuhbestellung.
Die, die Bruno mir aufgezwungen hat. Mit Augen zwinkern. Weil Frauen lieben ja Schuhe.
Sagt Bruno. Und ich sage: Wo ist mein Paket. Ich bin inzwischen auf dem Level, auf dem man dem Lieferboten telepathische Signale sendet.
Während ich also das Tracking anstarre wie eine Netflix Serie, hat Bruno längst sein Beautyprogramm durchgezogen.
Hufe poliert. Allwetternagellack drauf. Allwetter. Für Schottland.
Ich dagegen suche noch meinen Regenschutz und hoffe, dass Optimismus wasserdicht ist.
Und weil ich gerne zusätzlich Stress sammle, will ich bis dahin mein Englisch auffrischen.
Bruno hat gelacht. So richtig.
Sein Urteil: Englisch in Schottland ist kein Englisch. Und ganz ehrlich, das ist der Moment, in dem mir klar wurde, dass diese Reise entweder grandios wird oder grandios chaotisch. Wahrscheinlich beides.
Morgen geht’s offiziell los mit dem Countdown.
Ich zähle Tage, Bruno poliert weiter und irgendwo zwischen Schuhpaket und Vokabeln wächst diese Vorfreude, die sich anfühlt wie Wind im Bauch.
Noch 14 Tage.
Dann stehen wir da. Ich mit Schulenglisch, Koffein und Hoffnung. Bruno geschniegelt, glänzend und bereit, mich im Zweifel entweder zu retten oder mich auszulachen. Wahrscheinlich beides.