Jenny Mummert Jenny Mummert

Sie sind da

Meine Schuhe sind endlich da.
Und ja natürlich wurden sie erst einmal von Bruno persönlich geprüft.
Ein kurzer Blick, ein zustimmendes Nicken, Urteil gefällt: schottlandtauglich.
Wenn ein Hochlandrind das absegnet, dann ist das quasi ein TÜV mit Fell.

Nebenbei habe ich gelernt:
Alles in kleinen Flaschen kaufen ist übrigens unfassbar teuer.
Sehr teuer.
So teuer, dass man kurz überlegt, ob man nicht einfach als Naturphänomen einreist.

Aber man will ja auch zwischen Wind und Feuchtigkeit gut aussehen.
Oder es zumindest versuchen.

Bruno ist da allerdings gnadenlos ehrlich.
Er sagt, ich sehe nach fünf Minuten sowieso aus, als käme ich frisch aus der Dusche.
Regen von links, Wind von rechts, Locken kapitulieren kollektiv.

Ich ignoriere das konsequent.
Ich glaube weiterhin an Styling.
Und an wasserdichte Schuhe.

Man braucht schließlich Träume.

Und gute Sohlen. 🥾🐂✨

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Jenny Mummert Jenny Mummert

Schuhe, Listen, Schottland…

Morgen startet er. Der Countdown.
Noch 14 Tage bis zur Recherchereise und ich tue so, als wäre ich ein entspannter Mensch. Spoiler: Ich bin es nicht.

Unsere Listen sind fertig. Also fast.
Ich habe mehrere Versionen und trotzdem dieses sichere Gefühl, dass ich am Ende ohne Zahnbürste dastehe. Bruno ist natürlich gelassen. Der guckt mich an, als wäre Nervosität ein Hobby für Leute mit zu wenig Fell.

Ich warte außerdem ungeduldig auf meine Schuhbestellung.
Die, die Bruno mir aufgezwungen hat. Mit Augen zwinkern. Weil Frauen lieben ja Schuhe.
Sagt Bruno. Und ich sage: Wo ist mein Paket. Ich bin inzwischen auf dem Level, auf dem man dem Lieferboten telepathische Signale sendet.

Während ich also das Tracking anstarre wie eine Netflix Serie, hat Bruno längst sein Beautyprogramm durchgezogen.
Hufe poliert. Allwetternagellack drauf. Allwetter. Für Schottland.
Ich dagegen suche noch meinen Regenschutz und hoffe, dass Optimismus wasserdicht ist.

Und weil ich gerne zusätzlich Stress sammle, will ich bis dahin mein Englisch auffrischen.
Bruno hat gelacht. So richtig.
Sein Urteil: Englisch in Schottland ist kein Englisch. Und ganz ehrlich, das ist der Moment, in dem mir klar wurde, dass diese Reise entweder grandios wird oder grandios chaotisch. Wahrscheinlich beides.

Morgen geht’s offiziell los mit dem Countdown.
Ich zähle Tage, Bruno poliert weiter und irgendwo zwischen Schuhpaket und Vokabeln wächst diese Vorfreude, die sich anfühlt wie Wind im Bauch.

Noch 14 Tage.
Dann stehen wir da. Ich mit Schulenglisch, Koffein und Hoffnung. Bruno geschniegelt, glänzend und bereit, mich im Zweifel entweder zu retten oder mich auszulachen. Wahrscheinlich beides.

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Jenny Mummert Jenny Mummert

Happy New Year

Heute ist der 02.01.2026 und ab jetzt fühlt sich das Jahr an wie ein Adventskalender im Dauermodus. Jeden Tag ein neues Türchen auf, nur ohne Schokolade. Na gut, wir arbeiten dran. Die Vorfreude steigt jedenfalls so sehr, dass ich innerlich permanent dieses kleine Pling höre, wenn man eine Überraschung auspackt.

Und während ich noch so tue, als hätte ich alles total entspannt im Griff, ist Bruno schon längst im Expeditionsmodus. Der packt nämlich schon den Koffer und zwar so, wie nur Bruno das kann. Akkurat, ordentlich, mit System. Ich schwöre, bei ihm hat sogar die Zahnbürste einen festen Platz und vermutlich eine eigene Liste dazu.

Ich hab ihn erwischt. Heimlich. Wie er da saß und Listen geschrieben hat. Listen. Mehrzahl. Und nicht so Milch, Brot, gute Laune, sondern richtig professionell. Ich bin mir ziemlich sicher, er plant schon seit Wochen, inklusive Erkundungsroute, Zwischenstopps, Notfallplan und wahrscheinlich einer kleinen Präsentation mit dem Titel Operation Abenteuer.

Er ist ganz aufgeregt, so eine Mischung aus ich freu mich wie verrückt und wir müssen nur noch 37 Dinge klären, dann kann es losgehen.

Und jetzt kommt es. Bruno möchte mir auch seine Familie vorstellen. Voll süß eigentlich. Er meinte dann ganz nebenbei, als wäre das das Normalste der Welt, er kennt eine Stelle, wo seine Familie immer ein Picknick mit Delfinen macht.

Ja. Genau so hab ich auch geguckt.

Ich weiß nicht, ob ich an dieser Stelle begeistert sein soll oder vorsichtshalber schon mal lerne, wie man auf Delfinisch Entschuldigung, darf ich mich dazusetzen sagt. Aber ich lass mich sehr gern eines Besseren belehren. Vielleicht ist das ja bei Bruno völlig normal. Sonntags Kaffee, montags Wäsche, dienstags Delfin Picknick. Wer bin ich, das zu beurteilen.

Und als ob das nicht schon genug wäre, haut Bruno den Satz raus, der mein Herz kurz höher springen lässt. Er sagt, ich brauche neue Schuhe.

Jippie.

Ein Grund für neue Schuhe. Endlich. Das Universum hat gesprochen und Bruno hat es bestätigt. Was braucht man mehr im Leben als eine offizielle Erlaubnis, sich Schuhe zu kaufen. Ich sehe mich schon sehr seriös im Laden stehen und sagen, ich muss die nehmen, das ist aus Gründen. Bruno hat es gesagt.

Also ja. Das Jahr startet mit Türchengefühl, Bruno im Planungsrausch, Delfin Picknick Ankündigung und einem natürlich absolut notwendigen Schuh Upgrade. Wenn das der Auftakt ist, dann sag ich mal, 2026, ich bin bereit.

Naja. Also emotional. Praktisch muss ich noch kurz gucken, wo ich meine eigenen Listen hingelegt hab. 😄

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Jenny Mummert Jenny Mummert

Recherchereise Inverness mit Bruno

Es beginnt alles mit einer Idee.

Diese Reise beginnt nicht mit einer Karte.
Sie beginnt mit Bruno. Und ja, natürlich beginnt sie mit Bruno.

Bruno ist kein Tourist. Er würde das vermutlich auch sehr entschieden von sich weisen. Er ist Einheimischer. Einer von der Sorte, die Inverness nicht erklären müssen, weil sie es einfach kennen. Er weiß, wo Wege wirklich hinführen, wo man langsamer gehen sollte und wo man besser kurz stehen bleibt, auch wenn man selbst noch glaubt, man hätte es eilig.

Am 21. Januar 2026 starten wir gemeinsam unsere Recherchereise. Ich reise, Bruno führt. Das ist keine Diskussion, das ist ein Konzept.

Inverness erzählt seine Geschichte nicht laut. Wer hier nur schaut, verpasst das Beste. Man muss hinhören, hinspüren und manchmal auch einfach akzeptieren, dass nicht alles sofort Sinn ergibt. Bruno weiß das. Er kennt Orte, an denen Geschichte nicht erklärt wird, sondern einfach da ist. Im Boden unter den Füßen, im Wind, der gelegentlich mehr Meinung hat als ein Reiseführer, und in der Stille, die plötzlich sehr präsent sein kann.

Bruno zeigt mir keine Sehenswürdigkeiten im klassischen Sinn. Er zeigt mir Erinnerungen. Wege, die früher gegangen wurden. Mauern, die eindeutig schon mehr Drama gesehen haben, als sie zugeben würden. Manchmal bleibt er einfach stehen. Dann sagt er nichts. Und genau dann merke ich, dass genau das der Moment ist, den man nicht verpassen sollte.

Er kennt die Geschichten hinter den Orten. Die historischen Zusammenhänge, die kleinen Details, die man übersieht, wenn man zu schnell weiterläuft oder glaubt, alles bereits zu wissen. Nicht als trockene Daten und Jahreszahlen, sondern als Gefühl. Als Ahnung. Als dieses leise Wissen, dass Inverness weit mehr ist als eine hübsche Stadt am Fluss, auch wenn sie das nebenbei ebenfalls ziemlich gut kann.

Diese Recherchereise ist kein klassischer Trip. Sie ist ein Eintauchen, ein Beobachten, ein Zuhören. Bruno zeigt mir seine Heimat so, wie man sie nur zeigt, wenn man sie wirklich liebt. Ehrlich, ohne Pathos, mit dem richtigen Maß an Ruhe und genau dem passenden Moment für ein trockenes inneres Grinsen.

Und vielleicht ist genau das der Anfang von allem. Oder zumindest von etwas sehr Gutem.

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