Start der Reise

Heute war einer dieser Tage, an denen man am Ende nicht weiß, ob man gerade eine Reise gemacht hat oder einfach nur sehr lange in Fahrzeugen gesessen ist, die alle irgendwann irgendwohin wollten nur nicht dahin, wo wir hinmussten.

Bruno und ich hatten nämlich eine Mission: Flughafenhotel.
Klingt simpel. War es nicht.

Wir hatten über zwei Stunden öffentliche Verkehrsmittel hinter uns. Züge. Umstiege. Treppen. Warten. Noch mehr Warten. Und irgendwo dazwischen ich, mit einem Koffer, der sich benimmt wie ein bockiges Pony, und Bruno, der so tut, als wäre das alles ein spannendes Abenteuer. (Er lügt. Aber charmant.)

Bruno meinte irgendwann:
„Jenny… das ist bestimmt schon Teil der Recherchereise.“
Und ich so:
„Ja Bruno. Recherche zum Thema: Wie viele Menschen passen gleichzeitig in einen Bus, wenn alle so tun, als gäbe es keine Luft.“

Ich sag’s wie’s ist: Ich habe heute mehr Gesichter gesehen als in einer ganzen Woche Kita Alltag. Und alle hatten denselben Blick: diesen „Ich will heim, aber ich bin hier“-Blick.

Trotzdem… irgendwie war’s auch schön. So ein Tag, der sich anfühlt wie das Aufklappen eines Buches. Noch ist es nur die erste Seite, ein bisschen chaotisch, ein bisschen müde, ein bisschen „Warum machen wir das eigentlich“, aber irgendwo zwischen Ticketautomat und Gleiswechsel merkt man:
Es geht los. Wirklich.

Jetzt sitzen wir im Hotel am Flughafen.
Bruno tut so, als wäre es ein Luxusresort. Er hat das Bett angeschaut, einmal tief genickt und ich schwöre, er wäre fast gerührt gewesen. Der kleine Romantiker.

Morgen früh startet der Flieger und dann beginnt sie: unsere Recherchereise.
Die richtige. Die mit Highlands Gefühl, mit Wind im Gesicht, mit Orten, die nach Geschichten riechen. Und ich glaube, genau deshalb war dieser ÖPNV Marathon heute nötig. So als kleiner Test vom Universum.

Bruno sagt:
„Wenn wir das geschafft haben, schaffen wir alles.“
Und ich sag:
„Bruno, wenn du morgen beim Boarding wieder so tust, als wärst du der Pilot, dann fliegst du im Handgepäck.“

Jetzt schlafen wir. Also… ich versuche es. Bruno plant innerlich schon, wie er morgen geschniegelt und geschniegelt am Gate sitzt, als hätte er den Flughafen gebaut.

Morgen geht’s los.
Und ich kann’s kaum glauben.

Zurück
Zurück

Reiseverlauf

Weiter
Weiter

Brunos Sicht